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Die Schwarze Flut
#31
"Dies ist also die 'Versammlung der Priester'?" Ein Blick durch die Runde der Anwesenden, ein Hauptmann, eine Heilerin, eine Weiheträgerin der Feurigen und eine Wanderin auf Luins Pfaden. "Wenn das alles ist, was wir auf zu bieten haben, sind wir verdammt..." Nur ein Blick in die Augen der Heilerin mag es in diesem Augenblick schaffen, die Verzweiflung aus dem Blick der Ulintarin zu vertreiben. "Es gibt kein zurück auf diesen Pfaden..."


"Den Marktplatz weihen... sicher... eine große Kreuzung von vielen Wegen in und aus der Stadt heraus, dem Hüter aller Pfade sicherlich angemessen... Es wird aber mehr brauchen als nur ein herzliches Gebet..." Das innere Auge der Wanderin der tausend Pfade ging für wenige Augenblicke mögliche Optionen durch. "Gut.. ein Talisman, ein Glückbringer, der Fokus für die göttliche Essenz, die man an diesen Ort binden möchte." Kurz streift ihre Hand nebensächlich über die Anhänger ihrer Halskette, die Finger berühren die goldene, moreanische Dublone, welche dort ihren Platz gefunden hat. "Ja.. ja.. das würde funktionieren. So Luin es will... eine Glücksmünze, gegossen aus reinem Gold, eingelassen in die Pflaster des Platzes, gebunden dort auf ewig zu verweilen."

Am späten Abend des folgenden Tages sieht man die schwer gerüstete Ritterin die Stufen zur Schmiede von Ginnis emporsteigen, wenig später verlassen die Beiden das Gebäude in Richtung Marktplatz...
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#32
Jerome stand gerade vor seine Esse und schmolz das gefundene Erz ein, als zwei Damen seine Schmiede betraten. Schon etwas irritiert schaute er die Damen an. "Besuch, Kundschaft?" fragte er sich. Selten kamen Gäste und noch seltener war es Kundschaft welche seine Schmiede betraten. Welch ein glücklicher Tag sollte dies wohl werden.
So erklärte Kajsa dem Schmied, dass sie einen wichtigen Auftrag für ihn hatte, welche nicht nur Geschick sondern auch Leidenschaft forderte. Es schien ihr also mehr als nur wichtig.
"Ob es etwas mit ihrer Gottheit zutun hat?".
Jerome lauschte ihren Worten. Eine Handflächen große Münze aus puren Gold, glänzend wie die Sonne. Auf der Vorderseite soll das Abbild eines steigenden Torbogen zu finden sein und auf der Rückseite eine Sonne.
"Ein interessanter Auftrag und eine Ehre" so empfand es der Schmied, welcher zwar den Gottheit Velat nahe ist, aber dennoch keinerlei der anderen Gottheiten verspottet oder gar ablehnend gegenüber tritt.
[Bild: oevffqgb.png]
Die goldene Münze soll einen besonderen Platz im Herzen dieser mit Schatten geplagten Stadt finden. "Mittig des Marktplatzes? Direkt im Zentrum, aye?" so fragte er die Ritterin. Als Träger der Münze soll ein Stein dienen, welcher mit einer Vertiefung versehen wird um die Münze einfach einzulegen, diese aber nicht direkt gestohlen werden kann. Schließlich soll es ein Relikt für hunderte Jahre sein. Sozusagen ein Stolperstein für Gebete, zur Erinnerung und zum Schutze der Stadt und seiner Bewohner.
Also nahm Jerome sich etwas Sand, um das Loch - welches durch den entnommenen Stein entstand - direkt wieder zu befüllen. 
[Bild: z6zznxjq.png]
Angekommen auf dem Markt suchten die Beiden nicht nur eine markante und gut einsehbare Stelle für die Münze, sondern auch einen Stein, welcher die Größe hat diese besondere Münze zu tragen. Jerome empfand es sinnig diesen nahe des Brunnens zu platzieren und dazu am besten direkt bei einen der Eingänge zu dem besagten Treffpunkt der Bewohner Coreals.
[Bild: j5h8gtdx.png]
"Genau hier!" so sagte Kajsa und zeigte auf einen besonders schönen Stein. Ob sich da etwas Alabaster als Pflasterstein hin geschummelt hat? ein schöner weißer Stein, so groß wie die Hand des Schmiedes, oder gar etwas größer? Jerome entnahm den Stein, betrachtete ihn und hielt ihn in Richtung Himmel. Ein wärmendes Gefühl umgab ihn und er schüttelte sich etwas. "Was war das denn?" so fragte er sich und bekam Gänsehaut. War dies ein Zeichen Velats, oder gar Luins?

Der Auftrag war erteilt, der Ort gefunden und so begab sich Jerome in seine Schmiede. Zuerst musste er eine Münze schnitzen, welche er dann als Druckform für den Sand nutzen wird. Als Holz nutze er ein robustes aus einer Eiche, es war zwar mühselig diesen zu bearbeiten, aber Eichenholz kann den einen oder anderen Fehler verzeihen und ließ sich gut nach bearbeiten. Ein Taler war schnell geschnitzt, nun ging es an die Sonne auf der Rückseite. Jerome fragte sich wie die Sonne wohl aussehen mag? Eine Sonne samt Gesicht, oder doch einfach nur ein Kreis mit Zacken daran? Schmunzelnd entschied er sich der Sonne einen Charakter zu Glückseligkeit zu geben und entschied sich für ein Gesicht.
[Bild: r5f4yvs3.png]
Auf der Vorderseite also ein steigender Torbogen. Wie mag man diesen wohl bildlich darstellen? Der Schmied erinnerte sich an eine alte Münze aus seiner Heimat für richtig, es war auch das einzige was ihn in diesen Moment einfiel und schnitze aus dem Holz ein bildliche Darstellung eines steigenden Torbogens.

Es verging eine Nacht. Jerome hatte aber kaum schlaf, denn er überlegte immer wieder, ob alles so passend wäre und ob er Kajsa damit zufrieden stellen kann.
Etwas besonderes, einzigartiges für die Ewigkeit - dies alles aus den Händen des einfachen Schmieds Jerome Ginnis. Welch eine Aufgabe, welche eine Ehre und welch eine große Verantwortung.
Kaum Schlaf bekommen und die Sonne aus der ferne erblickend stand Jerome auf um sein Werk zu vollenden. Er legte Kohle in die noch etwas glühende Esse um heizte der Kohle ordentlich ein. Weiß glühend, im Gesicht brennend war die Temperatur wohl erreicht. Er legte zwei Barren Gold in einen besonderen Schmelztiegel und legte diese in seine Esse.
Derweil nahm er seine Münze aus Holz und presste diese in den Sand und kippte dann weiteren Sand über die andere Seite der Münze. Einzig ein Loch, etwa 2 Finger dick wird zu der Holzmünze führen, wo später das glühende flüssige Gold hinein geschüttet wird.
Jerome ging wieder zur Esse um zu schauen, ob das Gold bereits vollständig geschmolzen ist und so nahm er den Schmelztiegel aus der Esse und ging zu seiner Sandgußform. Ob alles klappen wird? Ob die ganze Arbeit umsonst war? Es war schließlich das erste Mal, dass er eine Münze prägte und dann noch mit edlen und feinen Abbildungen. Voller Hoffnung kippte er nach und nach das flüssige Gold in das Loch und man hörte das knacken von Holz und etwas Rauch stieg aus dem Loch hervor. Das Holz schien zu verbrennen und machte Platz für das flüssige Gold.
Nun hieß es warten, lange warten. Jerome ging in seiner Schmiede auf und ab und wartete auf das Ergebnis der sich langsam abkühlenden Münze.

Am Abend war es dann soweit, er griff in den Sand und holte eine Münze hervor, welche voller geschmolzenen Sand war und begutachtete diese.
Es war genau so wie der Schmied es sich vorgestellt hatte. Die feinen Arbeiten an Vorder- und Rückseite kamen sehr gut zur Geltung und so machte er sich daran die Münze den letzten Feinschliff zu verpassen. Mit groben Sandpapier versuchte Jerome die groben Sandrückstände zu entfernen, ehe er zum feinen Sandpapier griff um auch die letzten Unebenheiten zu entfernen.
Mit etwas Spucke und einer Tinktur brachte er die Münze zum glänzen.
Fertig war ein Meisterwerk, eine besondere Münze, welch hoffentlich Kajsa und ihrer Gottheit gefallen wird.

Nun blieb nur noch der Pflasterstein, aus feinsten Alabaster. Dazu nahm der Schmied Hammer und Meißel und entfernte kleinere Gesteinsbrocken bis er ein Kreis hatte. Immer wieder legte er die Münze darauf und besserte sein Kreis aus. Die feinen Arbeiten wird er aber erst erledigen, so die Ritterin die Münze begutachtet hatte. Schließlich soll sie die Ehre haben, die Münze in die Vertiefung einzulegen wo diese dann auf Ewigkeit ruhen wird.


Abschließend ging Jerome zu seinen Balkon schaute zu den spielenden Kindern und warf einige Kupfermünzen herunter mit der Aussage "Sucht die Ritterin Kajsa und berichtet ihr, dass die Münze fertig sei"
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#33
Die Kinder mochten eine Weile suchen, sich über die Schillinge freuend, bis eines von ihnen vor der Götterhalle südlich des Marktplatzes den hünenhaften, ulintarischen Rappen erblickte.

"Ist das nicht das Pferd von der Frau?" - "Ja, ich hab sie schonmal darauf vorbeireiten sehen" - "Ist der riesig, ob er Karotten mag?" - "Woher weisst du, dass es ein 'ER' ist?" fragte ein Mädchen. Schambehaftetes Schweigen... "Kommt, wir sehen drinnen nach!"

Die Tür wurde geöffnet und neugierige Kinderaugen blickten für den Bruchteil einer Sekunde in eine andere Welt. Vom oberen Stockwerk drang eine eindeutig weibliche Stimme an die Ohren.

"...der Schild der Freien, das Schwert der Unterdrückten. Luin, leite mich auf meinen Wegen."

Langsam schlichen die Kinder die Treppe hoch, nur um die gerüstete Ulintarin kniend vor dem Schrein Luins vor zu finden, ihr Schwert vor sich in den Boden gestemmt, mit gesenktem Kopf, die Stirn den Schwertknauf berührend.

"Herr aller Pforten, Beschützer der Reisenden, weise mir den rechten Weg, für das Wohl aller, für Freiheit und Glück, deinem Willen will ich untertan sein, bis meine Tage gezählt, jenem Schicksal folgen, das du für mich gewählt. Für jetzt, für hier und für immer."

Einige Herzschläge gebannten Schweigens, die großgewachsene Frau hob den Blick und erst nun wurde sie ihren Zuschauern gewahr, der kalte, graue Blick legte sich ebenso Stumm auf sie, doch dann folgt auch sogleich die ihr innewohnende Sanftmut, als Lächeln auf den schmalen Lippen zum Ausdruck gebracht.

"Dem Herrn der tausend Wege zum Gruß, junge Herrschaften. Was führt euch denn an den Schrein des Glücksbringers?" - "D...D.er Schmied.. der aus der Goldstraße, er sagt er hätt was fertig... ne Münze oder so..."

Kurz nachdem die Kinder die Götterhalle betreten hatten, verliessen sie diese in Begleitung der Ritterin in Richtung Marktplatz, wo man sie beobachten konnte, wie sie eine Tüte Kekse erstand und diese mit den Kindern teilte, ihnen noch eine Geschichte über Ehre, Mut, Freiheit und Glück erzählend, ehe sie sich schlussendlich auf den Weg zum Schmied machte.
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#34
Jerome war gerade dabei einen neuen Bauplan für eine Doppelklinge zu lesen, als die große Ritterin seine Schmiede betrat. Voller stolz sprang er auf und meinte ehrfürchtig dass er die Münze fertig habe. Der Schmied eilte zu einer Truhe und holte ein Tuch hervor und reichte es ihr. Wie abgesprochen wird sie beim öffnen eine golden glänzende Münze sehen, welche auf der Vorderseite einen steigenden Torbogen und auf der Rückseite eine Sonne zeigt.
Danach schaut Jerome abwartend zu ihr...
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#35
Ein zufriedenes, wohlwollendes Lächeln legte sich auf ihre Gesichtszüge und mit vielen Danksagungen nahm sie das Schmuckstück an sich. Kurz wurde der Stein in Augenschein genommen und der etwaige Sitz der Münze überprüft. Schliesslich liess sie den Schmied wissen, er solle den Stein wieder an seinen angestammten Platz einsetzen.
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#36
Jerome schien erleichtert, schließlich war es nicht nur ein besonderes Objekt sondern auch ein Projekt welches Menschen in Jahrzehnten noch sehen werden.
So war zumindest seine Wunschvorstellung. Ob er später seinen Kindern stolz davon erzählen kann?
Schließlich ging er direkt am nächsten Morgen zum Markt und suchte die mit Sand gefüllte Stelle und kratzte diese wieder frei. Gut gelaunt setzte er den Stein wieder ein.
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#37
Ganz am Ende des Tages, als sie schon an der Türschwelle des Heilerhauses standen und sich verabschiedeten, überreichte Kajsa ihr plötzlich eine lederne Halskette. Vanessa wollte sich gerade dagegen wehren, denn sie vermutete schon ein weiteres, viel zu großzügiges Geschenk Kajsas.
Dann aber begriff sie. An der Halskette befand sich die Münze, die geschmiedet worden war und die am Marktplatz eingelassen werden sollte.
Kajsa hatte bereits angedeutet, dass sie sich freuen würde, wenn Vanessa die Münze eine Nacht und einen Tag lang um den Hals tragen würde. So würde sie mit Glück aufgeladen.
Vanessa war an dem Tag dabei gewesen, als Khenit den Menschen erschienen war, und doch tat sie sich schwer damit, den Göttern zu dienen und alle Hoffnung auf sie zu stützen. Aber sie kannte derlei Aufladerituale und hatte diese Praktiken bereits zuvor durchgeführt. So verflüchtete sich ihre abwehrende Haltung sehr schnell, wie es bei Kajsa ohnehin immer der Fall war, und nahm das temporäre Geschenk der Ritterin verlegen lächelnd an.
Kajsa legte ihr das lederne Band um den Hals und ihr Blick verriet, wie wichtig ihr diese Handlung war.

Einen Tageslauf lang würde sie die Kette tragen, vor allem Kajsa und nicht den Göttern einen Dienst erweisend.
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