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  Die Schatten der Festung Gruftwacht
Geschrieben von: Kajsa - 08.06.2022, 14:25 - Forum: Geschichten - Antworten (2)

Heute war es endlich soweit, heute wollten sie die Tore Gruftwachts öffnen. Was man wohl dahinter finden würde?

Recht früh verliess die gerüstete Ulintarin an diesem Morgen ihren Lagerplatz. Nach einem kurzen Abstecher ins Hospital, für Fräulein Mali eine Nachricht hinterlassend, sie möge doch bitte von dem hergestellten Schwarzpulver eine Menge einpacken. Man hoffe es käme nicht zum Einsatz, aber sicher sei sicher, verliess sie die Stadt durch das Nordtor in Richtung des Sägewerks. Eine Weile später kam sie mit ihrem Rappen an den Zügeln, und drei schweren Baumstämmen im Schlepptau wieder heran...

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  Wer war Firdevs Anaram?
Geschrieben von: Firdevs Anaram - 02.04.2022, 23:06 - Forum: Geschichten - Keine Antworten

Willkommen geneigter Leser,

auf den folgenden Seiten berichte ich euch von der Serwiler Priesterin Firdevs Anaram. In regelmäßigen Abständen werden hier Passagen aus ihrem Leben veröffentlicht. Wie das Leben eines jeden Protagonisten beginnt dieses mit der Geburt und endet mit dem Tode. Aber dazwischen wird der Protagonist auf andere und wird den Einfluss auf das Leben des ein oder anderen genommen haben. Ich möchte mich als allwissender Erzähler vorstellen. Meine Identität werde ich niemals preisgeben, auch wenn der ein oder andere von Ihnen eine Vermutung haben wird.

Firdevs war die jüngste Tochter einer Sewriler Hohepriesterin und eines Kijerda Großgrundbesitzers. Sie wurde in einem sehr warmen Sommer 1303 geboren und war damit die jüngste von drei Töchtern. Schon in ihrer Kindheit hatte sie ein ausgeprägtes Interesse für Magie und Literatur der bekannten Welt. Während andere Mädchen zusammen spielten, las Firdevs den ganzen Tag und lernte vieles über die Welt und deren Flora und Fauna. Sie arbeitete sich in die Themen der Mathematik und im Bereich anderer bekannter Wissenschaften ein. Ihre älter bemerkten recht früh ihr Talent und förderten diese, in dem sie ihr schon früh einige Hauslehrer zur Seite stellten.

Bei dem meisten Unterrichten mit anderen Kindern viel Firdevs stets durch ihre äußerliche Erscheinung auf. Sie hatte für eine Sewrilerin ein auffällig südländisches Aussehen. Mit ihren schwarzen haaren und ihren braun-grünen Augen viel sie sehr auf. Auf der einen Seite hänselten sie Firdevs für ihr Aussehe und auf der anderen Seite wurde sie auch bewundert. Sie war die erste, die man in einer Gruppe erblickte und viele bezeichneten sie auch als sehr aufregend.
Da Firdevs bereits in jungen Jahren den Gaben ihrer Göttin erhalten hatte, wurde sie von ihrer Mutter, einer Hohepriesterin Phidias, im Glauben sowie in der Gabe der Magie ausgebildet. Auch hier hatte sie ein auffällig stark entwickelts Talent. Firdes betete jeden Morgen und jeden Abend mehrfach. Ebenso arbeitete sich sie sich auf Grund ihres straffen Lehrplans in auch vertiefende Themen der Magiekunde stark ein.

Firdevs wuchs langsam zu einer jungen Frau heran und wurde im Glauben der Gerechtigkeit der Göttin, Phidias, erzogen. Für sie stand immer an oberster Stelle die Rechtschaffenheit und das Gesetz ihrer Göttin. Sie hatte ein tiefes Vertrauen zu Tieren und Pflanzen und kümmerte sich liebevoll um mehrere Kindergruppe des Armenhauses aus Kamea. Die Unruhen auf Grund des Aufrauchens des Erwachten wurde von Fidevs neugierig betrachtet. Ihr war bekannt, dass ihre Göttin dieses als etwas Unnatürliches betrachte und selbst Tumulte in Seestadt herrschten, jedoch hatte sie selbst keine negativen Erfahrungen mit ihnen gemacht.


[...]

[Bild: august-von-siegen-belebter-hafen-einer-m...ostsee.jpg]

Fridevs stieg von Bord der Zion und betrat den Hafen von Lethentir. In der Nähe eines kleinen Basars konnte sie eine blonde Frau erkennen. War dies eine Sewrilerin?

Was passierte nur, dass die Tochter eine Hohepriesterin und eines Großgrundbesitzers sich allein mit gerade mal 18 Sommer nach Lethentir aufmachte? Die geneigten Leser sollten dies bald erfahren.

***

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  Ein schönes Buch [Quest]
Geschrieben von: Isabell Theres Silbertau - 25.01.2022, 17:18 - Forum: Geschichten - Antworten (2)

Was für ein interessanter Abend.
Eine Predigt für Winir, die sich recht schnell und unerwartet zu einem Austausch entwickelte,
zur Verehrung der Götter an sich, zum Bestehen und Nichtbestehen jener bis hin zu "Was tätest du, wenn …..?"
Es war unterhaltsam, die Diskutierenden so bunt wie der Regenbogen, mit all ihren Facetten; guten, erträglichen und unerträglichen.
Spannung kam hinzu durch die Erzählung eines jungen Fräuleins, die ihr Buch verloren hatte, welches nicht ihr gehörte. 
Ein Buch, welches sie nur von Ferne hat betrachten können und dennoch darin geblättert hat. Ein Buch, welches Geschichten erzählt, 
was an sich für ein Buch nichts Besonderes darstellt, das ist schließlich seine Aufgabe, um zu unterhalten, oder wenigstens interessant daher zu kommen.
Diesem Buch scheint aber noch etwas anderes anzuhaften. So viel wie es beinhaltet, so wenig konnte das Fräulein darüber berichten.
Über allem stand jedoch der Umstand, dass es wohl das schönste Buch sei, was sie jemals gesehen habe.


Sie lauschte, stellte Fragen, schwankte zwischen Interesse, dem Willen dieses Buch selbst in den Händen halten zu wollen und Enttäuschung über die wenigen Brocken, 
die das Fräulein darüber preis zu geben hatte.
Die Erzählung jedoch nahm sie in dieser Nacht mit in ihr Bett.

Noch vor Sonnenaufgang riss der Traum sie aus dem ohnehin unruhigen Schlaf. Schweiß gebadet setzte sie sich kerzengerade im Bett auf, starrte in die Dunkelheit am Fußende. 
Doch da war nichts.
Die Ängste auslösende Nachtmahr von verhüllter Gestalt, einem roten Buch, Blut, tanzenden Schatten, Schädelkerzen, der alles andere schluckenden Finsternis zerfasert ins Vergessen.
Nur eines bleibt:
Ein brennender Stern zwischen gnadenlos starrendem Augenpaar.

Ein Bild wollte fertiggestellt werden. Eine hübsche Landschaft war der Auftrag.
Das Ergebnis: Der Himmel schwarz wie die Nacht. Die Sterne blutrote Punkte. Nur einer fällt besonders ins Auge, zackig und flammend.
Der Baum wirft finsteren Schatten, in der Borke meint man ein hässliches Antlitz zu erkennen.
Blutrot fallen Blätter von den Ästen, wie im Herbst und verschmelzen auf dem Boden zu einer Lache. 
Halb hinter dem Baum steht eine verhüllte Gestalt mit einem Totenschädel, Schatten tanzen einen Reigen.


[Bild: bvgjm8eb.jpg]

Ein Meisterwerk, wenn es so in Auftrag gegeben worden wäre. 
Eines Opfers Winirs würdig. 
In seinem Schrein.

Unerwartet.

[Bild: 5co6li5t.jpg]

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  Der Ruf ins Jenseits [Quest]
Geschrieben von: Overlord - 12.01.2022, 18:40 - Forum: Geschichten - Keine Antworten

Silberhafen

In Silberhafen landen am gestrigen Abend 4 Schiffe vom Kontinent an. Beladen mit Untoten Waffenknechten, Rittern und Kriegsgerät marschieren sie in die Stadt ein das die Tore für die Neuankömmlinge öffnet. Ein gewisser "Baron von Todhöhe" führt sie an. Seine Mannen quartieren sich in alle möglichen freien Behausungen ein und bereiten sich offenkundig auf einen Kampf vor.

Sonnenspitze

Und auch in Sonnenspitze erscheinen am gleichen Abend mehrere Schiffe und entladen ihre Fracht. Auch in Sonnenspitze marschieren hunderte Kaiserliche Legionäre an. Angeführt von einem Legaten mit dem Namen Coehorn. Sie Quartieren sich auch hier überall dort ein wo Platz ist. Während man die alte und den neuen Legaten hitzköpfig in der Nacht debattieren hören kann. 

Coreal

In Coreal ist indes der Spuk der letzten beiden Nächte vorbei. Die Temperaturen heben sich wieder, bleiben aber immer noch winterlich kalt. Immerhin heult der Wind nicht mehr und keine seltsamen Gestalten ziehen durch die Straßen.

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  Das Ende einer Jagd
Geschrieben von: Bastjan Daan Drakonoy - 04.01.2022, 16:32 - Forum: Geschichten - Keine Antworten

Innerlich deutlich vom Ekel erfasst, nach außen hin die gewohnte Ruhe betrachtet er den zerfledderten ..... korrekterweise obduzierten Warg Körper. 
"Die Frau hat eindeutig zu viel Freude an sowas ..." schießt ihm kurz durch den Kopf ehe er sich zusammen mit Lilibeth daran macht die Überreste des Wargs in ein übergroßes Laken einzuwickeln, um ihn transportfähig zu machen.

Ein kurzer Moment, ein senkrechter Strich der das gesehene zerteilt der sich mit einem weißen göttlichen Glanz ausweitet erscheint im Raum, der an größe zunimmt bis ein göttliches Portal entsteht. Nicht unweit der Wacht in der Natur rund um Sonnenspitze wird das Bündel dann abgelegt und mit Brennholz unterfüttert.

Nichts sollte übrig bleiben von diesem einstigen Subjekt der Flut, er würde es diesmal auch keinem khenitischen Brandstifter überlassen, die Flammen der Ordnung werden ihre Arbeit vollrichten. Gedacht getan, wird er mittels der ihm verliehenen Kräfte den Scheiterhaufen samt Warg in Brand setzen. Wachsam wird sein Blick sein, während die Flammen des Lichts sich das chaotische Subjekt einverleiben.

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  Die Schwarze Flut
Geschrieben von: Nagajdin - 03.01.2022, 19:22 - Forum: Geschichten - Antworten (36)

Mit der Dunkelheit am zweiten Abend des neuen Jahres kommt das Wetterleuchten: Überall am Horizont, ohne dass fernes Donnergrollen zu hören wäre, auch ohne dass ein Sturm aufziehen würde, flackert es in plötzlicher Helligkeit. Blitzschlag, würden die Alten vermuten, aber es finden sich keine der verästelten Linien, die über den Himmel hinweg rasen.

Am Morgen des dritten Tages entschwindet das Schauspiel, geschluckt von der Helligkeit des Wintertages. Sobald die Sonne hinter dem Horizont verschwindet, ist aber auch das Flackern wieder da: Rascher dieses Mal, näher.

Ein gewaltiger Donnerschlag ungefähr zur siebten Abendstunde ist über ganz Lethentir zu hören, dann zieht ein Schauer von verglühenden Sternschnuppen über den Himmel - nicht eine von ihnen erreicht den Boden, aber vier von ihnen sengen lodernde Linien in den Himmel - Linien, die nicht verblassen, sondern brennen bleiben wie die obskuren Narben eines kolossalen Prankenhiebs.

Das Wetterleuchten findet damit kein Ende und während sich die Tiere allerorts furchtsam zusammendrängen oder in sichere Baue flüchten, recken sich hier und dort auch häßliche Häupter und endlose Alpträume schlummernder Abscheulichkeiten finden ein Ende.

Einer, der kein Mann ist und doch so aussieht, starrt hinauf zum Himmel ohne die lodernden Linien zu sehen. Er wartet. Das ist nur die erste Ankündigung der kommenden Flut.

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  glimmende Glut
Geschrieben von: Valentin Wolkow - 14.12.2021, 15:12 - Forum: Geschichten - Antworten (2)

"Valentin.... VALENTIN! ... los steh auf Du Faulpelz, die Sonne steht schon seit mehr als einer Stunde am Himmel!"

trotz des Tadels und der gezügelten Wut in der hellen und weichen Stimme, vermochte es diese wie fast nichts anderes auf der Welt seinen Tag mit Licht und Wärme zu füllen. Mühsam zwang sich sein Bewusstsein an die Oberfläche und mit einem müden und etwas zerschlagenem Blick blinzelte er der weiblichen Gestalt entgegen, welche sich mit in die Hüften gestemmten Armen vor seinem Bett aufgebaut hatte. Sein Köpf dröhnte dermaßen stark, dass er glaubte ein unsichtbarer Troll würde diesen gerade als Trommel missbrauchen und den Kriegstanz spielen. Aber der sich langsam immer stärker entzündende Funke seines geweckten Verstandes verriet ihm dass es nur die Nachwirkungen des übermäßig genossenen Mets des gestrigen Abends war, welcher für diesen Zustand verantwortlich war. Genauso wie für die beiden wütend funkelnden Saphire, die zu dem schönen Gesicht, der rotblonden Frau gehörten, die trotz des offenkundigen Zorns über seinen Zustand, die Liebe und Verbundenheit ihrer beider Herzen nicht verbergen konnten. 

"Mhhhm ... ich bin gestorben oder? Die Götter treiben ein übles Spiel mit mir wenn Sie eine Furie in Gestalt einer Valkyra zu mir schicken.... ist dies nun Belohnung oder Strafe?"

"Eindeutig Strafe und sterben wirst Du nur wenn Du nicht sofort aufstehst und dir den Hammer schnappst um das Loch im Dach des Stalls zu verschließen BEVOR es anfängt zu schneien ... hast Du verstanden?!"

Auf diese Worte folgte ein entschloßener Griff an die seinen Körper noch bedeckenden Wolfsfelle, deren Schutz er nun beraubt wurde und den sprichwörtlichen Stich der ulintarischen Kälte spüren konnte. Sein Blick ging wie von selbst zu dem Kamin, in dem nur noch schwache Glut glomm, die gegen den nachklingendem nächtlichen Frost am frühen Morgen, nicht mehr viel auszurichten vermochte.

"Du hast es versprochen!" 

mahnte die Stimme und der leise Vorwurf der darin mitschwang, bewegte ihn tiefer als jeder noch so entschieden und laut gebrüllte Befehl oder jede noch so finster angedrohte drakonische Strafe seiner Ausbilder und Vorgesetzten im Heer. Also ignorierte er die Schmerzen in den Gliedern und im Kopf und richtete sich auf und stieg endlich aus dem Bett. Richtig das Loch im Stalldach ... so langsam kehrte ein Teil der Erinnerung zurück. Er war gestern hinab ins Dorf zu Björn gestiegen, weil er neue Nägel brauchte. Noch war es nur Frost, der den Boden bedeckte, aber der erste Schnee würde nicht mehr lange auf sich warten lassen und bis dahin mussten die vielen kleinen Ermüdungserscheinungen des alten Hofs ausgebessert und Winterfest gemacht sein. Eigentlich wollte er sich gleich wieder auf den Rückweg machen, doch Unterwegs hatte er Unar mit seinem Wagen getroffen. Der Holzkopf hatte das Wagenrad immer noch nicht ausgewechselt gehabt, wie Valentin es ihm geraten hatte und nun war es passiert und das Holz hatte bei einem Schlagloch schließlich nachgegeben und war kaputt gebrochen. Also hatten sie erst ein neues Rad von seinem Hof holen und dann schließlich den Wagen reparieren müssen. Die verlorenen Stunden ließen ihn schon befürchten, dass er den Weg ins Dorf umsonst gegangen war, da Björn seine Schmiede schon dicht gemacht hätte, aber er hatte Glück gehabt. Der stämmige, laufende "Feuertroll" mit dem roten Bart und stets ein wenig wahnsinnig dreinblickenden grünen Augen, stand immer noch am Amboss. Das Geschäft war schnell erledigt und weil er gerade in besonders guter Stimmung schien, hatte er ihn auf ein Met in der Taverne eingeladen ... der Rest des Abends war weniger klar und verschwamm hinter diffusen Erinnerungsfetzen. Er glaubte sich an viel Gelächter, schmutzige Witze und viel dem Neid geschuldetes Gestichel, wie jemand wie er nur eine Frau wie Tarja abbekommen konnte zu erinnern, also musste es gut gewesen sein. 

"Recht hast Du." 

Mit den Worten erhob er sich und nutzte den Moment aus, indem Tarja ihm den Rücken zuwandte um das Fenster zu öffnen und die verbrauchte und mit Alkoholgeruch beschwerte Luft nach draußen in die Kälte zu jagen. Seine Arme schlangen sich behutsam um den Körper, die darin verborgene Kraft völlig versteckend. Noch ehe das protestierende 

"Hey!" 

gesprochen war, hatte er ihr einen liebevollen und besänftigenden Kuss in den Nacken gehaucht und entließ sie wieder aus seinem Griff. 

"Essen steht noch unten und Du hast Glück, Leena hat bereits die Tiere gemolken..." 

"Da haben wir in der Erziehung wohl viel richtig gemacht mh?" 

"Wenn das wahr ist, frage ich mich was in DEINER Erziehung falsch lief Herr Wolkow!" 

"Autsch ..."

Trotz der tadelnden Worte konnte er sich ein amüsiertes auflachen nicht verkneifen, was eine neue Welle Schmerzen durch sein Kopf jagte. Seine Kleider wurden entschlossen und flink zusammengesammelt und die Frage, wie er es überhaupt gestern wieder nach Hause geschafft hatte, gekonnt ignoriert. Auf den Weg zum Wohn- und Esszimmer schnappte er sich sein Werkzeug und die neuen Nägel und ging hinab, wo noch immer der Duft von frisch gebackenem Brot im Raum festhing, der aus der angrenzenden Küche hinüber wogte. Er sah zum Esstisch hinüber, an dem ein junges Mädchen saß, dass ihrer Mutter zum verwechseln ähnlich sah. Sie hatte sich gerade ein Stück von dem frischen und dick mit Butter bestrichenem Brot in den Mund geschoben und strahlte ihn offen und etwas schelmisch entgegen.

"Gutn Mown Dah"

presste sie gerade noch zwischen dem Kauen hervor und nahm gleich noch einen Bissen. 


"Soviel zur guten Erziehung ..." 

murmelte er leise vor sich hin, lächelte ihr jedoch sanftmütig entgegen und ging zum Tisch hinüber ...

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  Die Qual der Erinnerungen
Geschrieben von: Liv Bruchstaig - 30.11.2021, 10:58 - Forum: Geschichten - Keine Antworten

Die Morgensonne war schon längst vorüber, es war wohl Mittagszeit. Da rollte sie sich auf dem Bett einmal herum, die Erde unter ihrem Laken knirschte und ein Stein trieb sie schon die gesamte Nacht, auf Höhe ihres Oberschenkels, in den Wahnsinn. Sie hatte keine Zeit, nein keine Lust gehabt die Erde zu sieben wie sonst. Sie hatte zu vieles keine Lust mehr. Ihre Arme regten sich empor und heiße Tränen rannen ihr über die Wange. Wieso konnte sie es nicht wieder vergessen? Es war so anders, als dort wo er war, ein schwarzes Nichts war.

----- Tage zuvor -----

Das schwere Geräusch hallte noch Stunden danach in ihren Kopf. Er hatte das Schwert wohl normal abgelegt, doch für sie klang es wie das Setzen eines Grenzsteines. Diese Bären. Diese Tatze die einen Knauf formte. Es war das Schwert ihres Großvaters, Helge Bruchstaig. Er gab es ihr, als er wiederkehrte, noch bevor ihr Vater ihn in einzelne Stücke hackte in blanker Wut eines Berserkers. Mit diesem Schwert zog sie nach Frostöde. Mit diesem Schwert starb sie vor Haskallim. Thormund trat zurück und setzte sich wieder hin. Er musste nichts sagen, es war wie ein Puzzlestück, das nach einem Jahr zu ihr zurück kehrte. Mit diesem Puzzlestück. Erinnerungen. Sie sprang auf, der Stuhl knallte hinter ihr zu Boden.


Schwert, schwarzes Blut. Männer lachen, Freunde, Kameraden. Eisige Kälte. Ein sanftes Lächeln. Ein Kuss. Ein Zug in kräftige Arme. Gegenüber Thormund, ein zufriedenes Lächeln den Beiden schenkend. Ihr Blick empor. Geliebte Züge. Erik. Seine Hand wärmte kalte Wangen. Er lachte über etwas was Thormund ihm sagte. Kurze Zeit vergaß man die Schrecken. Die Kälte. Den Krieg. Seine Züge brannten sich zurück in ihren Kopf. Jedes Barthaar fiel ihr ein. Die blauen Augen, das geliebte Lächeln. Ein Schrei durchbrach ihren Kopf. In der Ferne, im Meer aus Untot, tot und lebend, sah sie ihn zu Boden gehen. Abgelenkt durch Kämpfe, kam sie nicht zu ihm. Blanke Wut, Hass, stieg in ihr auf. Dann umgab sie die Schwärze des Vergessens wieder. Legte sich wie ein warmer Mantel um sie und versuchte sie zu beruhigen.

Ihr Kopf hämmerte, drohte zu zerbersten unter den Erinnerungen. Es war wie gestern. Sie waren frisch. Ihr Herz schmerzte. „Ich begrub dich und Erik und nahm das Schwert an mich.“ Er begrub ihn. Er war tot. Wollte die Dunkelheit sie vor dieser Erinnerung beschützen? Hatte sie deshalb einen Mann vergessen, den sie so sehr liebte? Sie betrachtete das Schwert auf dem Tisch mit einer Mischung aus Hass und Respekt. Es brachte ihr die Erinnerungen an Erik zurück. Nun wusste sie auch endlich, woher sie Thormund kannte. Doch es brachte ihr auch so viel Leid. Zuvor fühlte sie sich befreit, nun plötzlich merkte sie, dass sie verliebt war als sie starb und er… er war fort.  „Ich brauche Zeit für mich.“, hörte sie sich noch zu Thormund sagen und verließ die Akademie. Es vermischten sich Gefühle, die sie irritierten. Vor wenigen Tagen noch, küsste sie ihn – heute dachte sie an die Lippen Eriks.

---- Gegenwart ----

Nach dem Schock, folgte die Trauer, dann war da unbändige Wut, nun Resignation. Sie drückte sich empor, ihre linke Schulter schmerzte. Mit einem Blick zum Spiegel erklang ein freudloses Lachen. Ob Velat sie alle vor den Anblick schützen wollte und daher ihr Antlitz in allem spiegelnden verschwimmen ließ? Auch ohne ihre Züge genau zu erkennen, wusste sie, dass sie beschissen aussehen musste. Das sie gestern im Kampf verwundert wurde, war ein Zeichen ihrer momentanen Lage. Sie war in einem miserablen Zustand. Eigentlich sollte sie so kein Schwert führen, nicht wenn Leben anderer davon abhing. Zu unachtsam war sie gerade. Zu gleichgültig. Auch wenn es keiner merkte – oder es war jedem scheiß egal. Sie griff nach einer Schnapsflasche die sie am Abend mit ein paar anderen leerte. Ihr Blick hinein ließ sie brummen. Beim Hinausgehen stolperte sie über eine andere, diese rollte kullernd die Treppenstufen hinab. In ihrem Wohnzimmer reihten sich die Errungenschaften der letzten Abende aneinander. Schnaps, Likör, Wein, Bier. In Massen. Das sie es allein getrunken hatte, würde wohl keiner glauben – der nicht wusste, dass sie mit ihrem wiedergekehrten Leib einfach auch mehr vertrug. Doch auch für sie, war das wohl eine neue Spitze. Sie blieb an etwas Klebrigen hängen und hob den Fuß an. Ein Zettel war wohl mit Likör am Teppich festgeklebt. Sie beugte sich hinab und riss den Zettel lose.

[Bild: eXg2uzg.png]
Darauf war das Gesicht von Erik gezeichnet. Noch so ein Fluch. Sie konnte zeichnen. Nun verfluchte sie diese Gabe, denn das Gesicht von Erik war gut getroffen. Sehr gut.  Wieder fühlte sie Tränen die kalten Wangen hinab rinnen. Sie kamen einfach, sie konnte es nicht verhindern. Nie war sie eine wirkliche Heulsuse. Die Hand ihres Vaters war schon immer hart. Er hatte sie wie einen Jungen aufgezogen und diese weinten nicht, nie, niemals. Gut kann sie sich noch an die erste schallende Ohrfeige erinnern, sie weinte, weil ihr Holzschwert brach. Vater gab ihr eine Ohrfeige mit der Begründung, nun hätte sie einen wirklichen Grund zu heulen. Doch er war nicht da. Hier durfte sie weinen. Das Bild von Erik war mehrmals geknittert, offenbar hatte sie es im Suff zerknüllt und dann doch wieder gerade gestrichen. Nun verstaute sie es in einem der herumfliegenden Bücher. Die nächsten Zettel offenbarten Gedanken, die sie jetzt nicht mehr verstehen konnte. Diese landeten im Kamin, den sie nun begann zu schüren. Ihr machte Kälte oder Wärme nichts aus, doch sie genoss die Wärme eines knisternden Kaminfeuers sehr. Dann räumte sie ein paar Flaschen weg.

Auf dem Weg von der Küche zurück, griff sie nach einem Pflaumenschnaps. Der war sogar noch halbvoll. Mh… wen würde es stören? Sie fiel auf das nächste Sofa und begann zu trinken. Genug aufgeräumt für heute. „Für dich Erik“, mit den Worten kippte sie den ersten Schluck in den Kamin.

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  Sonne gegen Silber
Geschrieben von: Wilhelm Tiefenwall - 30.11.2021, 10:37 - Forum: Geschichten - Antworten (14)

Zu anderen Zeiten war es einfacher gewesen Schlaf zu finden, aber ungeachtet der Stunde wurde gepackt und die polternden Stiefel, die rumorend verschobenen Kisten und die fluchenden Männer nahmen wenig Rücksicht auf jene, die in den Wäldern nördlich von Coreal gefochten hatten um den Transport in Richtung Silberhafen abzufangen. 

Das Unterfangen war nur zur Hälfte erfolgreich gewesen: Zwar war es den Männern und Frauen im roten Wappenrock gelungen den Wagen mit den Erzen - teilweise roh, teilweise bereits zu Barren gegossen - abzudrängen, aber die leichter gewandeten Reiter der Begleitung mit den typischen Satteltaschen für wertvolle Fracht, hatten sich mit den Verfolgern eine lang andauernde Hetzjagd durch unwegsames Unterholz, über dünne Wildwechsel und schmale Bächer geliefert, bevor sich die bessere Ortskenntnis der Silberhafener ausgezahlt hatte.
Sie waren ohne einen Kratzer entkommen. 

Abgesehen von diesem sich erst später aufzeigenden Rückschlag war die Aktion bis zum Eintreffen der Sieben plangemäss verlaufen: Keine Verluste, kaum nennenswerte Verletzte. Den aufgebrachten Karren den Flammen zu übergeben hätte eine einfache Aufgabe sein sollen und genau deswegen war nur eine Handvoll Bewaffneter zurückgeblieben.
Das Aufeinandertreffen war kurz und gewaltvoll gewesen, hart genug, dass letztlich nur die Flucht geblieben war, um das eigene Leben zu retten. Ohne die von der Jagd zurückkehrenden Kameraden der Ehrengarde, die schliesslich den Rückzug der Sieben auslösten, .. wer weiss.

Gut eine Stunde später, mit der abgeschlossenen Sammlung der Toten und Verletzten, sollte Wilhelm realisieren, dass einer seiner Kameraden fehlte. Erwin Eisenbieger war erst vor zwei Monden zur Truppe gestossen, ein zumeist schweigsamer Mann mit einer Tendenz zu den seltsamsten Zeiten in Tiraden über das Wirken der Götter auszubrechen. Die Sieben mussten ihn mitgenommen haben und ein Gefangener unter diesen Umständen bedeutete, dass der Mann so gut wie tot war.

Niemand hatte dazu viel zu sagen: Wer in die Ehrengarde eintrat, der wusste, was ihn oder sie am Ende erwartete. 

Auf dem provisorisch ausgewählten Versammlungsplatz nahe des Nordtores beschwor Hauptmann Firmschlag gerade die Einheit der Truppe, als Erwin Eisenbieger dann herbeigebracht wurde: Aufgegriffen, nachdem er als Gefangener der Sieben durch die Stadt geführt worden war, befreit schliesslich von den Banden. 

Die Untoten hatten Wort gehalten und diese Einsicht trieb eigenwillige Unruhe durch die Reihen der Rotröcke.

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  [Quest] Einsamer Hunger
Geschrieben von: Saren - 28.11.2021, 23:13 - Forum: Geschichten - Keine Antworten

Lange trieb es umher. Es wusste nicht wo es war, doch es wurde getrennt. Es hätte geschrien, wenn es hätte schreien können. Doch die Einsamkeit wurde zunächst durch etwas anderes verdrängt: Hunger.

Es hatte fürchterlichen Hunger und aus einem Grund, den es nicht verstand, gab es hier nicht wirklich etwas. Äste, kleine Steine - nichts was lange nährt. Doch etwas trieb es an. Verlockend. Soviel Leben. Soviel Beute. Aber auch zu groß - es fürchtete sich und wurde doch gleich angelockt. Es trieb durch zähen Schlamm, bewegte sich instinktiv.

Es spürte immer mehr Leben in dieser sonst so tot wirkenden Ödnis. Dann etwas kleineres. Es schwamm auf der Oberfläche, etwas zappelte unter dem Wasser. Das Wesen zog das Tier - Beobachter hätten vielleicht eine Sumpfente verschwinden sehen können - hinab und nahm es in sich auf.

Etwas war seltsam. Die Energie in der Beute schwand. Es formte sich, versuchte sich anzupassen und verließ langsam den Ort. Erstmal verstehen, überleben und dann mehr jagen. Es war allein, aber vielleicht konnte es überleben. Es würde überleben.

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